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Vorab aus der neuen Ausgabe: Berliner Demonstration sendet passendes Signal zum richtigen Augenblick. Von Malik Özkan

Gelebte Solidarität

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(iz). In Kriegszeiten stirbt die Wahrheit zuerst. Diese Wahrheit über die Berichterstattung in Zeiten heißer Konflikte hat an grundsätzlicher Gültigkeit nichts verloren. Im Zeitalter der sozialen Medien lassen sich allerdings weder der Beweis bestimmter Fakten, noch eindeutige Bilder über den Verlauf und das Ergebnis militärischer Aktionen mehr unterdrücken. Seit Beginn der Angriffe empören sich Muslime in aller Welt über den klar unverhältnismäßigen, gut dokumentierten Feldzug der israelischen Armee. Inzwischen wird diese Kritik von großen Teilen der Gesellschaft, unabhängig von Konfession oder Herkunft, geteilt.

Nach einigen spontanen Demonstrationen in Deutschland, die auch leider von einer kleinen Minderheit für antisemitische Äußerungen genutzt wurde, drohte die nötig Kritik an der israelischen Regierung in einer grundsätzlichen Debatte über den deutschen Antisemitismus unterzugehen, vielleicht sogar ganz zu verstummen.

Der richtige Moment für gut-organisierte und zahlenstarke Verbände in Deutschland Flagge zu zeigen. Der IGMG und DITIB Berlin gelang es in erstaunlich kurzer Zeit, eine große und niveauvolle Kundgebung auf die Beine zu stellen. Hier wurde klar, dass die berechtigte Kritik an der israelischen Militärführung nicht mit einem anti-jüdischen Ressentiment einhergeht. Eine Botschaft kam an: So wenig wie es „christlichen“ oder „islamischen“ Terror gibt, so wenig gibt es  auch „jüdischen“ Terrorismus!

Zur Demonstration wurde vor allem in sozialen Medien effektiv aufgerufen, ihre Absichten gleichzeitig auch dort verbreitet. In den sozialen Medien ist – jedenfalls bei der absoluten Mehrheit der Muslime – jede Art von Pauschalisierung verpönt. Keinen Anklang finden auch zynische Vergleiche mit der Zeit des Nationalsozialismus  in Deutschland.

Die Berliner Initiative der IGMG und DITIB, unterstützt von den jeweiligen Jugendverbänden traf so den richtigen Ton. Die anwesende Masse der „Mainstream“-Muslime ließ auch interessierten Provokateuren oder sonstigen Chaoten keinen Zentimeter Raum.

Für die professionelle Umsetzung und den reibungslosen Ablauf erhielten die Veranstalter dann auch zu Recht viel Lob. In den Kern der Aktion rückte dann auch wieder der eigentliche Inhalt: Mitgefühl und Solidarität mit der Zivilbevölkerung in Gaza zu zeigen. Nur mit koordinierten Aktionen der Muslime in Deutschland und der Überwindung der eigenen Passivität wird es gelingen, dass die angespannte Lage in der islamischen Welt auch hier nicht von Radikalen ausgenutzt werden kann.

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