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Vorab aus der neuen Ausgabe: Mit ihrer Unterstützung für das „Muslimische Forum Deutschland“ überschreitet die Konrad-Adenauer-Stiftung Grenzen der politischen Intervention. Kommentar von Sulaiman Wilms

Politisch korrekt

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„Das erweckt das Zeichen der Spaltung der Community, weil der Eindruck erweckt wird, man sei besser, man sei liberaler und demokratiefähiger. Damit wird im Grunde den anderen unterstellt, man sei nicht so. Es wäre besser, wenn dieser Diskurs mit den Moscheegemeinden und in den Moscheegemeinden stattfinden würde als außerhalb durch ein separates Forum.“ (Thomas Lemmen, domradio.de)

(iz). „Ein politisch Lied, ein garstig Lied“, dichtete Hoffmann von Fallersleben 1842, der Autor unserer Nationalhymne. Natürlich hat der große Freigeist sich nicht an die Maxime gehalten, aber man mag nach vielen Erfahrungen den Satz nur allzu gerne auf die Melange anwenden, die als „politischer Islam“ zu bezeichnen ist.

Nach Jahren der Nichtbeachtung oder der Konfrontation hat sich der politische und institutionelle Umgang mit Deutschlands Muslimen teilweise gewandelt. Auch wenn manches Verfassungsschutzamt und der eine oder andere Bürokrat immer noch auf Ausgrenzung und Feindmarkierung rechtstreuer, aber gemeinschaftlich verfasster Muslime setzen, ändert sich nun die Gesamtlage.

Institutionelle Akteure sind immer häufiger auf der Suche nach dem „perfekten Muslim“. Sollte dieser nicht zur Hand sein, wird entweder der Weg der Elitenförderung (inklusive zukünftiger Jobs) gewählt, oder es gibt Hilfestellung beim Aufbau entsprechender Strukturen. Was in den ersten Jahren nach dem 11.09.2001 noch als Projekt des evangelikalen Islamexperten bei der Friedrich-Ebert-Stiftung Kandel scheiterte, versucht nun die parteinahe Konrad-Adenauer-Stiftung erneut.

Wie sie am 22. April bekanntgab, konstituierte sich mit ihrer Hilfe elf Tage zuvor ein „Muslimisches Forum Deutschland“. Zu den Erstunterzeichnern gehören „liberale Muslime“, die Leiter von zwei der fünf Zentren für „Islamische Theologie“ sowie weitere muslimische und nichtmuslimische „Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens“. Ein Novum ist, dass einem solchen Forum auch Personen angehören, die in den letzten Jahren eher der „Islamkritik“ angehörten.

Dabei soll es gar nicht um „liberale“ Inhalte gehen. Zu leicht lassen sich diese nach dem bisherigen Informationsstand so zusammenfassen: Man ist „humanistisch“ (die anderen sind es demnach nicht). Man vertritt die „große Mehrheit der Muslime“ (ohne empirischen Beweis). Und man will von der Politik anerkannt werden. Mitunterzeichnenerin Kaddor wurde von der „Süddeutschen Zeitung“ wie folgt zitiert: „Wir gründen keine Moscheen, wir rollen keine Gebetsteppiche aus.“

Was aber zurecht als erste Reaktion für Irritationen sorgte, ist der Fakt, dass sich eine parteinahe Stiftung, auch mit öffentlichen Geldern finanziert, an der Formation muslimischer (zumindest nominell) Strukturen beteiligt. Es stellt sich die Frage, ob es nicht einer Grenzüberschreitung gleichkommt, wenn institutionelle Träger wie die KAS diese oder jene Formation durch derartige Vorhaben fördern und damit auch Einfluss auf den innermuslimischen Diskurs und die Meinungsbildung der Community nehmen.

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