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Vorab aus der neuen IZ-Ausgabe: Interview mit dem Pädagogen und Lehrer Umut Ali Öksüz

Über die Liebe zum Lehren

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„Einige Kinder erreicht man in den sozialen Netzwerken noch besser als in der Realität, deshalb ist es mir sehr wichtig, jeden Schüler zu erreichen und zu helfen. (…) Gerade männliche Schüler schreien nach Aufmerksamkeit des Vaters, aber es kommen meistens Null Prozent zurück.“

(iz). Die bisherige Lebensgeschichte von Umut Ali Öksüz liest sich ein bisschen wie der klassische Bildungsroman a la „Wilhelm Meister“ von Goethe. Mit ihm sprachen wir über seinen Weg vom Grundschüler bis zu seinen jetzigen Aktivitäten als Lehrer und Kampfkunsttrainer für Kinder.

Islamische Zeitung: Lieber Umut Ali Öksüz, Sie haben in einem Text die „Schwierigkeiten“ mit Ihrer eigenen Bildungskarriere beschrieben. Haben viele andere muslimische beziehungsweise migrantischen Schüler die gleichen Erfahrungen gemacht, sodass sie in der Hauptschule „landen“?

Umut Ali Öksüz: Zu meiner Zeit war die Hauptschule die Schule, auf die Kinder kamen, die entweder kein Bock auf Schule hatten, das Elternhaus nicht hinter ihnen stand oder deren kognitive Fähigkeiten nicht ganz ausgeprägt waren. Ich glaube, jedes Kind, dassauf der Hauptschule landet, hat seine eigene Geschichte. Ob muslimisch, christlich, jüdisch oder atheistisch, die religiöse Identität spielt hierbei keine Rolle. Wenn ein Kind eine solche Empfehlung bekommt, spiegelt das eines der drei Punkte wieder, die ich oben bereits genannt habe. Denn jedes Kind, das seit dem ersten Schultag begleitet, motiviert und gestärkt wird, landet eben nicht auf einer Hauptschule. Viele Eltern reagieren erst ab der vierten Klasse, was sehr traurig ist, denn dann ist es meistens schon zu spät.

Leider hatte damals schon die Hauptschule das Klischeebild einer Loser-Schule. Das ist bis heute noch so, denn jeder, der auf der Hauptschule ist oder war, wird sofort abgestempelt. Anschluss auf der Schule zu finden beziehungsweise eine vernünftige Schullaufbahn einzuschlagen, ist sehr schwer. Denn es herrscht weder ein Konkurrenzkampf untereinander, noch motivierendes Arbeiten für die Schule innerhalb einer Kleingruppe. Wenn, dann vielleicht in Ausnahmefällen. Viele Schüler waren immer demotiviert, ziellos und hatten keinen Zugang zu ihren Lehrern. Ich erinnere mich nur an eine wirklich gute Lehrerin. Die Pädagogen an den Hauptschulen sind selbst durch dieses Bild der Schüler sehr stark betroffen. Eine einzige Hauptschule wurde mir bislang empfohlen. Denn die Pädagogen an der Schule in Kaarst-Büttgen kümmern sich nicht um die „Hauptschüler“, sondern um die Menschen, die etwas erreichen möchten.

Islamische Zeitung: Wie sieht es heute in den allgemeinbildenden Schulen mit der religiösen Identifikation muslimischer SchülerInnen aus? Wie prägend sind da Elternhaus, Gemeinden und soziale Netzwerke?

Umut Ali Öksüz: In den meisten Schulen findet der ganz normale katholische oder evangelische Religionsunterricht statt. Parallel dazu gibt es für die Kinder, die nicht an dem Unterricht teilnehmen möchten, Ethik- oder Freiarbeitsstunden. Jedem Schüler ist es freigestellt, am christlichen Religionsunterricht teilzunehmen. Viele scheuen sich auch davor, was ich gar nicht verstehen kann. Ich selbst hatte evangelische Religionslehre im Abi und bin stolz drauf, die Religion besser kennenlernen zu dürfen, in dem Land, in dem ich lebe. Somit haben muslimische Schüler kaum die Möglichkeit, sich wirklich identifizieren zu können, was sich aber in ferner Zukunft ändern wird, da der islamische Religionsunterricht in NRW eingeführt wird.

Das Elternhaus ist die erste Anlaufstelle, in dem jedes Kind mit einer religiösen Erziehung in Verbindung kommt. Es wird zu Hause gebetet, gefastet, religiöse Feste gefeiert, Moscheen besucht usw. Alleine aus den Erzählungen meiner Schüler bekomme ich sehr viel mit, inwieweit die Religion zu Hause prägend ist. Es gibt Familien, in denen die Kinder nur Verbote und Strafen reflektieren. Dementsprechend verschließen sie sich gegenüber ihrer Umwelt und distanzieren sich eigentlich von ihrer Religion.

Ganz einfache Beispiele sind hier „Halal-Speisen“ oder „das Kopftuch“. Natürlich sind dies sehr wichtige Themen in der islamischen Theologie, jedoch sitzen sehr oft Kinder bei mir, die einfach nicht verstehen, wieso all das so ist, wie es zu Hause vorgelebt wird und warum sofort Sanktionen folgen müssen. Hier spiegeln Kinder schon die Interaktion mit dem Elternhaus wider und es wird immer deutlicher, dass Fragen offen bleiben oder nicht genug Kommunikation herrscht, sondern alles nur herunter gebrochen und abstrakt vorgelebt wird.

Gemeinden und soziale Netzwerke sind sehr wichtig in unserer heutigen Zeit. Denn sehr viele muslimische Kinder besuchen kontinuierlich die Moschee und kommen ihrer Religion beziehungsweise dem Rezitieren des Korans ersichtlich näher. In kleinen Gesprächskreisen werden dann Prophetengeschichten erzählt und viele Kinder sind bei solchen Gesprächen aktiv dabei. Meine Erfahrungen zeigen mir aber, das alleine ist nicht der Weg, wie wir Kinder und Jugendliche religiös erziehen.

Die Jugendsprache wird beispielsweise unter den meisten Heranwachsenden immer obszöner. In den Moscheen oder Elternhäusern fallen solche Begriffe selten auf. Im Gegenteil, es wird immer betont, dass ein respektvoller Umgang das A und O ist, jedoch fallen diese Begriffe sehr oft, obwohl die Kinder wissen, dass dieses Verhalten nicht richtig ist. Deshalb sollte man das Augenmerk auf Freizeitaktivitäten legen, denn dann hat man den Zugang und kann eine religiöse Entwicklung unermüdlich unterstützen.

Islamische Zeitung: Reichen da die alten Wege der Vergangenheit, oder braucht es neue Ansätze?

Umut Ali Öksüz: Definitiv müssen wir mit der Zeit gehen! Heutzutage werden die Kinder mit den Medien überrannt und da reicht ein Besuch in der Moschee einfach nicht mehr aus. In Kooperation mit der Freizeitpädagogik und neuen didaktischen Methoden müssen neue Ansätze realisiert werden, um die Jugendlichen bestens auszurüsten. Zudem habe ich mir für meine Schüler einen zusätzlichen Account für Facebook erstellt. Sie schreiben mir regelmäßig, wenn sie Probleme in der Schule haben, Hausaufgaben nicht verstehen oder einfach mal quatschen möchten. Einige Kinder erreicht man in den sozialen Netzwerken noch besser als in der Realität, deshalb ist es mir sehr wichtig, jeden Schüler zu erreichen und zu helfen.

Islamische Zeitung: Glauben Sie, dass der so genannte „Islamische Religionsunterricht“ hier ein tragfähiges Mittel zur Verbesserung der Lage ist?

Umut Ali Öksüz: Ich glaube es nicht nur, ich erlebe es wortwörtlich! Selbst stelle ich mir jedes mal die Frage: „Lieber Herr Khorchide, wo waren Sie vor sieben Jahren“? Und bin dankbar für jede Minute, die ich im Studium erarbeiten darf. Als angehende Pädagogen lernen wir fachdidaktische und erziehungswissenschaftliche Zugänge der Religionspädagogik. Jugendliche in Deutschland brauchen Antworten, und gerade die Zeit der Pubertät ist sehr prägend und sensibel.

Die Kinder möchten ernst genommen werden, Antworten auf ihre Fragen verstehen können, ohne zu bagatellisieren, zu tabuisieren und ohne sie in Angst & Schrecken zu versetzen. Die Stufen für eine religiöse und ethische Theologie zu setzen, beginnt zu Hause. In gemeinsamer Arbeit mit den Moscheen, bin ich sehr optimistisch, dass wir uns gegenseitig ergänzen und stützen werden.  An einigen Schulen halte ich Vorträge über den Islam. Mein letzten Vortrag hatte ich auf einem Gymnasium in der 6.Klasse. Im evangelischen Religionsunterricht wurde der Islam erkundet.   Die Kinder und die Lehrerin waren so begeistert und so aktiv interessiert, es war unglaublich. Sie reflektierten mir ihr Feedback mit Sätzen wie, „so wunderschön, wurde mir der Islam in Deutschland noch nie reflektiert“. Und das ist eine Bestätigung für mich aus erster Quelle.

Islamische Zeitung: Sie selbst berichten von einer „Diskrepanz zwischen Deutschen und mehrsprachigen Schülern“. Wo war die verortet und sind einfache Schuldzuschreibungen ausreichend, um das Phänomen zu verstehen?

Umut Ali Öksüz: Leider sah ich dies selbst zu meiner Schulzeit und beobachte es nun heute bei meinen SuS.

An den Schulen selbst, aber nicht nur im Unterricht, auch bei Jugendherbergsfahrten werden leider überwiegend diese „Gruppierungen“ bestätigt. Somit habe ich einen Blinkwinkel intern aus der Schule und extern in der Freizeit. Es geht hierbei auch nicht um „Schuld“, sondern mehr um die fehlende Kommunikation und die Brücke zwischen den verschiedenen Kulturen und Religionen.

Diese muss von beiden Seiten gebaut werden, um einen gemeinsamen Weg zu etablieren. Dabei stellen sich die Kinder meistens selber Steine in den Weg bzw. bekommen diese hingelegt, und wundern sich bei richtiger Aufklärung, beispielsweise über die Gleichnisse im Christentum und Islam, und dass eigentlich jeder Mensch gleich ist, unabhängig von der Herkunft.

Islamische Zeitung: Sie sprechen auch direkt von Ihrer Beschäftigung mit ADS beziehungsweise ADHS. Ist das wirklich ein so starkes Problem, oder sind die vermeintlichen Probleme in dem Fall nicht anders gelagert?

Umut Ali Öksüz: Durch meine jahrelange Praxiserfahrung genieße ich den Kontakt mit Kindern, die ADHS haben. Dies habe ich durch meine Ausbildung zum Sozialtrainer intensiviert. Probleme entwickeln sich, weil Menschen sie entstehen lassen. Ich finde, dass es sehr oft drastischer dargestellt wird, als es ist. Egal ob Lehrer oder Eltern: Sobald ein Kind etwas aktiver ist, wird es dem ADHS-Stempel ausgeliefert. Jedes Mal führe ich mit Kindern Gespräche und baue sie wieder auf, weil ihnen reflektiert wird „Du hast ADHS, Du bist anders, Du kannst nichts dafür usw.“ Und jedes Mal mache ich ihnen klar, wie besonders sie doch eigentlich sind, dass alles normal bei ihnen ist, es sogar wissenschaftlich bestätigt wurde, wie talentiert Kinder mit ADHS sind.

Natürlich brauchen sie eine „spezielle“ Förderung beziehungsweise ein Feingefühl für bestimmte Situationen, aber sie wollen wie jedes andere Kind behandelt werden, schreien nach Regeln und Struktur und möchten bestimmt nicht mir Samthandschuhen angefasst werden. Und dies verfolge ich gerade live an meiner Praktikumsschule, der Brücke in Neuss, die Vorzeigeschule für Inklusion. Die PädagogenInnen gehen sehr souverän an die SuS heran und meistern die Alltagssituationen exzellent.

Islamische Zeitung: Wie groß ist die von Ihnen erwähnte „Gruppenbildung“ unter Jugendlichen mit Migrationshintergrund? Und ist dieser „Migrationshintergrund“ wirklich ein so großes Alleinstellungsmerkmal, wie oft dargestellt?

Umut Ali Öksüz: Die Gruppenbildungen sind leider noch sehr oft vertreten. Das neuste Projekt, was ich gemeinsam mit Freizeitpädagogen geleitet habe, hatte den Fokus, Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund zusammenzubringen. Leider bestätigte sich wieder das Klischeebild. Natürlich ist es nicht überall so, Gott sei Dank! Der Migrationshintergund ist absolut nicht der Grund für diese Splittungen. Sonst hätte ich beispielsweise auch kein kunterbuntes Umfeld. Es ist viel mehr der erste Schritt auf etwas „Neues“. Eine Religion, die man nicht kennt, eine Kultur, die man nicht lebt, stellt viele Fragen und Thesen auf. Diese Gruppierungen können nur gelöst werden, wenn beide Parteien sich in der Mitte treffen.

Islamische Zeitung: Nicht nur bei Ihnen wird der familiäre Umgang mancher migrantischer bzw. muslimischer Familien mit dem Thema „Bildung“ problematisiert. Wie sieht die Lage dort momentan Ihrer Erfahrung nach aus?

Umut Ali Öksüz: Bildung ist für die meisten Familien unglücklicherweise sehr bedeutungslos. Leider wird in den Familien zu wenig Wert auf Bildung gelegt, obwohl es das A und O sein sollte. Und das spiegelt mir das Verhalten der Kinder ganz einfach wieder. „Außerdem bezahle ich doch die Nachhilfe, warum sollen wir dann noch was machen?“ Sätze, die mich jedes Mal von den Socken hauen.

Die Schule beginnt zu 101 Prozent zu Hause. Und solange von dort nichts kommt, wird die Arbeit beziehungsweise unser Ziel, den Kindern und Jugendlichen zu helfen, sich auf die Zukunft vorzubereiten, sehr erschwert und vor allem mühsam.

Ich kenne Eltern, die nicht einmal wissen, wie die Schule ihrer Kinder heißen oder gar, in welcher Klasse sich ihre Kinder gerade befinden oder sich in der Grundschulzeit das erste mal kurz vor der Empfehlung blicken lassen. Das ist nicht nur trivial, sondern reflektiert den Kindern die Bedeutung von Bildung. Daher wundert es mich gar nicht, wenn Kinder total unmotiviert sind oder keine Lust auf Schule haben.

Islamische Zeitung: Welche Rolle spielen die Vater dabei? Verbringen sie genug Zeit gerade mit ihren Söhnen?

Umut Ali Öksüz: Gerade männliche Schüler schreien nach Aufmerksamkeit des Vaters, aber es kommen meistens Null Prozent zurück. Bei einem Kind war die Situation so angespannt und er hat Sachen getan, wie beispielsweise. öffentlich Spiele ab 18 gespielt, nur um den Vater zu erreichen.

Ein anderer Schüler hat in seiner Klasse mit Feuer gespielt, und ist ganz knapp ohne Schäden davon gekommen. „Jetzt muss ich eine Woche zu Hause bleiben, Herr Öksüz, und mein Vater hat sich drei Tage frei genommen.“ Muss es soweit kommen, dass Kinder sich in gefährliche Situationen begeben nur um den Vater zu erreichen?  Einer meiner „coolen“ Schüler, das werde ich nie vergessen, hatte mal in mein Freundebuch für Schüler, was ich mir seit drei Jahre angelegt hatte, als schönstes Erlebnis folgendes notiert: „Der Zoobesuch mit Herrn Öksüz und der Klasse.“ Es kann doch nicht sein, dass Eltern oder primär Väter so wenig Zeit für ihre eignen Kinder haben? Wie sehr mich der Eintrag gefreut hat, umso schockierter bin ich heute noch.

Bei meinen männlichen Schülern kann ich ca. nach drei Tagen beurteilen, ob der Vater in der Familie präsent beziehungsweise. aktiv ist. Das Verhalten der Kinder ist wie ein Spiegel, sie erzählen mir durch ihre Gestik und Mimik alles. Und sobald sich ein Vater dann anfängt zu kümmern, ist das Kind wie ausgewechselt. Eigentlich ein verzerrtes Trauerspiel, denn so müsste es eigentlich immer sein.

Islamische Zeitung: Sie selbst haben sich ja – von anfänglichen Bildungsschwierigkeiten hin zur direkten Beschäftigung mit Bildung und Erziehung – selbst zu einem Aktiven in dem Bereich entwickelt. Was waren da Ihre prägenden Motive und Entscheidungen? Wo sind Sie derzeit aktiv?

Umut Ali Öksüz: Meine Hauptschulzeit hat mich sehr geprägt. Ich war ziellos und total unmotiviert und hätte mir damals nie vorstellen können, selbst mal Lehrer zu werden.

Meine Schwester, die damals selbst auf der Hauptschule war und heute Wirtschaftswissenschaftlerin ist, hat mich dabei sehr geprägt und unterstützt. Somit wusste ich damals schon, nichts ist unmöglich, solange man will.

Auch spielt hier eine große Stütze meiner Eltern eine wichtige Rolle. Sie haben mich bei allem unterstützt, was ich mir bis heute aufgebaut habe. Der entscheidende Punkt für meine aktive Teilnahme im Bildungswesen war der Gedanke, „wie kann ich am besten Kindern und Jugendlichen helfen, welche Tätigkeit einigt sich hier am besten“?. Dann entschied ich mich Lehrer zu werden, denn einen besseren Beruf gibt es nicht, um Kindern und Jugendlichen zu begleiten, vorausgesetzt, man ist leidenschaftlich dabei. Und wieder einmal verdanke ich meinen SuS eine der wichtigsten Entscheidungen in meinem Leben getroffen zu haben.

Darüber hinaus halte ich Elternseminare oder Schülerseminare (Themen: Internet und Ihre Gefahren, Pubertät, weiterführende Schule, mein Traumberuf) somit versuche ich die Brücke zwischen Elternhaus und dem deutschen Schulsystem zu bilden. An verschiedenen Schulen halte ich Seminare zum Islam im Religionsunterricht.

Nebenbei arbeite ich auf der Dreikönigen-Grundschule in Neuss, habe die deutsche Gebärdensprache gelernt, um auch Kindern zu helfen, die vielleicht nicht so gut sprechen können beziehungsweise Sprachstörungen haben. Außerdem wirke ich bei Jugendhäusern mit beziehungsweise leite Ferienspaß-Aktionen, da ich so einen ganz anderen Einblick auf meine Arbeit bekomme und die Kinder von einer ganz neuen Seite kennenlerne. Zudem leite ich jährlich „Kunstworkshops“ mit verschiedenen Künstlern, um die Kreativität der Kinder zu fördern.

Aktiv kooperiere ich mit der Stadtbibliothek Neuss, um die Kinder ans Lesen zu bringen, veranstalten wir coole Projekte. Jedes Jahr leite ich gemeinsam mit Studenten & Schülern ein Hilfsprojekt unter der Kooperation mit „Time to Help“ vor und organisiere Spenden für Waisenhäuser in Afrika oder Hilfen für Schulen.  Außerdem mache ich eine Ausbildung zum Kids WT Fachtrainer für Kinder & Jugendliche in Neuss, mit dem Schwerpunkt Gewaltprävention und Selbstbehauptung.

Seit zwei Jahren führe ich ein Fernstudium zum Sozialtrainer durch, weil ich in der Praxis ständig mit ADS/ADHS/Dyskalkulie/LRS konfrontiert werde.

Mein neustes Projekt ist ein – gemeinsam mit zwei Pädagogen – berfasstes Kinderbuch zum Thema Lerntechniken. Weil die Kinder immer unselbstständiger werden, haben wir versucht eine Art Mentor zu schaffen und den Kindern das Lernen zu lehren.

Mir ist es persönlich sehr wichtig, keinen Tunnelblick als angehender Lehrer zu haben. Ich möchte nicht vor Klassen stehen und das primär als Grundlage meiner pädagogischen Arbeit sehen. Vielmehr müssen viele verschiedene Bereiche zusammenwirken, damit wir die Kinder besser verstehen können.

Islamische Zeitung: Sie schrieben auch: „Das Studium bietet mehr als nur ein Studium, es ist ein Geschenk für das Leben, wir bereiten uns für das Leben vor und was danach kommt, einem Kind bzw. den Jugendlichen den Islam zu erläutern, ist schon lange nicht mehr nur Aufgabe der Moscheen, denn diese legen den Fokus auf die Rezitation des Korans, was natürlich auch sehr wichtig ist.“ Müssen Bildung und echtes Wissen nicht auch eine transformierende Wirkung auf alle haben, die mit ihm zu tun haben?

Umut Ali Öksüz: Das Studium ist wahrlich ein Geschenk Gottes! Als angehender Religionspädagoge hat man primär immer die Kinder & Jugendlichen im Augenmerk. Natürlich muss man die gesamte Umwelt in Betracht ziehen, Eltern, Freunde, Verbände usw. Deshalb ist es absolut notwendig, dass Bildung und Wissen auf alle abgestimmt werden.

Islamische Zeitung: Neben Ihrer – klassischen – Beschäftigung mit Bildung und Unterricht bieten Sie auch eine kinderorientierte Variante der Kampfkunst Wing Tsun an. Wieso?

Umut Ali Öksüz: Ich selbst trainiere WingTsung in Neuss, und bin heute noch fasziniert von dem System. Es ist nicht nur Selbstverteidigung, man muss sich das Gesamtbild anschauen. Ein sich immer wieder weiterentwickeltes System, das Geist und Körper stärkt und nicht nur zum Verteidigen, sondern für das alltägliche Leben vorbereitet.

Die KIDS Wt Kurse schaute ich mir an und war begeistert,sodass ich sofort mit der Ausbildung begann. Durch die Hospitation habe ich gemerkt, was den Kindern vermittelt wird, die motorische Förderung, Reaktionen, bis hin zum Selbstvertrauen, einfach Mal lernen, NEIN zu sagen. So viele Eltern kommen jedes mal zu mir und bedanken sich, dass ihre Kinder besser in der Schule geworden sind, endlich mehr mitmachen oder zu Hause auch mal ihre Meinung äußern und nicht mehr alles hinnehmen.

Das ist ein herrliches Gefühl Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg zu stärken und für sämtliche Situationen da draußen vorzubereiten. Dabei werden viele Komponenten vereint und verschiedene Potenziale der Kinder kommen zum Vorschein und werden gefördert., dies auf spielerische Art & Weise. Zudem fokussiert sich das System nicht an die Kraft, gerade Kinder freuen sich jedes Mal, wenn sie eine Technik bei mir ausprobieren und sich denken „Wow, ich habe genau das bei einem Erwachsenen probiert und es klappt“. Des weiteren kommt die Stimme zum Einsatz, die Waffe, die Menschen verbal unbesiegbar machen kann. Eine Schülerin von mir beispielsweise, ist jetzt seit ca. sechs Monaten dabei. Sie sollte mich mit ihrer Stimme davon abhalten ihrer „persönlichen Grenze“ näherzukommen, da ab einem bestimmten Punkt der Mensch sich bedroht fühlt. Und gerade bei Kindern ist diese Distanz enorm wichtig. Sie hat mich mit ihrer Stimme so emotional runter gestuft, dass ich mir in dem Moment wirklich machtlos vor kam. Und diese Erfolge live zu beobachten, es von Kindern und Eltern bestätigt zu bekommen, ist unbeschreiblich!

Islamische Zeitung: Gerade in der angelsächsischen Bildungstradition wird großen Wert auf die körperliche Ausbildung von SchülerInnen gelegt. Welche Funktion kann ein solcher Unterricht Ihrer Meinung nach für Kinder haben?

Umut Ali Öksüz: Die Förderung körperlicher Fähigkeiten macht die Kinder auch kognitiv fitter, wer sich bewegt, lernt besser und leichter ,hier kommt KidsWT die besondere Bedeutung zu, durch Balance- und über die Körpermitte kreuzende Bewegungen, in besonderer Weise die Vernetzung der Hirnhälften zu fördern und damit die Intellektuelle Entwicklung voranzutreiben. Somit hat sie eine sehr große und bedeutsame Funktion für Kinder.

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