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Vorab aus der neuen IZ – Wutbürger und Ex-Eliten haben in den Herausforderungen unserer Zeit wenig anzubieten. Einwurf von Sulaiman Wilms

Die Potenziale der Jugend

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(iz). Gewiss, Jugend ist vor allem auch eine Frage des Herzens und des Geistes. So mancher im Herbst seines Lebens ist im Inneren jung geblieben, während nicht wenige 20-jährige schon fertig und frühvergreist erscheinen. Ein Blick auf Bilder der jüngst in Dresden protestierenden „Retter des Abendlandes“ zeigt auch junge Gesichter, ihr Denken – und wohl auch ihr Fühlen – ist aber insbesondere das Produkt alter Männer. Diese ehemaligen Politiker, Beamten, Wirtschaftsmacher und Journalisten sind vor allem durch ein „Ex-“ vor ihrem Titel gekennzeichnet. Die Bewegung, die am Beispiel Dresden begonnen werden soll, verdankt ihre wichtigsten Impulse Menschen, die nicht selten weit über 60 Jahre alt sind.

Ihre Ansichten bezüglich des Zustandes unseres Landes und einer schwammig gewordenen „Kultur“ demonstrieren vor allem, dass sie nicht im Takt mit der Zeit leben. Keine Frage: Ihr Wunsch nach einem Wiederaufleben der Bonner Republik – mit mehr nationaler Souveränität, Freiheit von außenpolitischen Abenteuern, finanzpolitischer Solidität und einer größeren Übersichtlichkeit als heute – ist verständlich. Nur dürfte fraglich sein, ob sich das durch ein „zurück“ und durch die Ablehnung des Anderen überhaupt erreichen lässt.

Seit Ausbruch der Finanzkrise waren die relaventesten Proteste und Gegenbewegungen gerade auch von jungen Leuten getragen. Sie interessieren sich nur marginal für Dinge wie „Abendland“, „Islamisierung“ und andere wohlfeile Schlagworte. Sie fasziniert die Frage, wie es in Zeiten der Krise weiterhin möglich sein kann, solidarische und zukunftsfähige Gemeinwesen zu unterhalten. Die jungen Generationen, die statistisch viel weniger Ressentiments gegen Muslime und Einwanderer hegen, wollen Gerechtigkeit, keinen Kulturkampf.

Allerdings können wir Muslime nicht meinen, dass uns das alles nichts anginge. Auch die muslimischen Gemeinschaften und überordneten Organisationen stehen vor der Aufgabe, sich nicht nur um ihre Jugend zu sorgen, sondern auch darum, endlich ihre Potenziale produktiv einzusetzen. Niemand weiß, was das Schicksal für uns bereit hält. Von Imam ‘Ali wurde die Weisheit überliefert: „Die Zeit ist ein scharfes Schwert. Wer nicht mit ihr schneidet, wird von ihr geschnitten.“ Und unser Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte uns, dass die Jugend zu den Dingen gehört, die man nutzen sollte, solange sie vorhanden ist. Wie die Beispiele Österreich und auch hiesige Verhältnisse zeigen, haben sich längste Projekte entwickelt, die das Altbekannte hinter sich lassen. Hier gilt es, die Zeichen der Zeit zu erkennen.

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Sulaiman Wilms

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