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Was ich in Ukhia sah

Ein Augenzeugenbericht von der burmesischen Grenze von Shaheen Aman

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Foto: John Owens (VOA)

(IPS). Die burmesische Armee macht auf Anweisung der obersten Führung des Landes Jagd auf die Rohingya – mit Maschinengewehren aus Hubschaubern, Landminen und Macheten. Das brutale Morden, Vergewaltigen und Niederbrennen ihrer Häuser hat die Menschen dazu veranlasst, ihre angestammten Siedlungsgebiete in Richtung Bangladesch zu verlassen.

Sie kamen in einem Land an, in dem ihnen bis jetzt Lebensmittel, Wasser, Sanitäranlagen und ein anständiges Leben fehlen. Die meisten mussten mit leeren Händen fliehen und haben nur die Dinge, die sie am Leib trugen, als sie der Gewalt entkamen. Die meisten erzählen von ihren bedrückenden Erfahrungen mit unvorstellbarer Gewalt.

Als ich nach Ukhia kam, wurde ich inmitten seiner idyllischen Schönheit an Filme erinnert, in denen Menschen vor Verfolgung fliehen – wie der Nazi-Verfolgung von Minderheiten oder der aktuellen Lage von syrischen Flüchtlingen. Menschen strömten an mir vorbei oder sitzen am Straßenrand. Die Gesichter gezeichnet von vollkommener Verzweiflung, Tragöde und Verlust. Frauen berichten von Kindern, die beim Weglaufen getötet wurden. Einige erzählen von Ehemännern oder Brüdern, die nach ihrem Verschwinden niemals heimkehrten. Manche blieben stumm. Zu betäubt, hungrig und traumatisiert, um überhaupt zu sprechen. Wer kann die Bilder von halbverbrannten Leichen vergessen, die in Zeitungen veröffentlicht wurden?

Das Lager bei Balukhali, in dem Tausende Zuflucht suchten, ist nichts als ein schmutziger, matschiger Streifen Land. Tausende hausen in improvisierten Zelten. Plastikfolien werden über zwei Bambusstöcke gespannt. Ich sehe mehrere Frauen, die mit starrem Blick Babys im Arm halten; zu schwach, um überhaupt nach Hilfe zu fragen. Kinder schreien vor Hunger. Heiß vom Fieber sitzen sie auf dem matschigen Untergrund oder liegen ruhelos in den mütterlichen Armen. Als ein LKW mit Paketen voll warmem Essen ankommt, rennen diejenigen, die stark genug sind, dorthin. Die Schwachen schauen hilflos zu. Einige teilen die Pakete mit sechs oder bis zu zehn Familienmitgliedern.

Lager wie diese kriegen dank der Masse an Menschen einige Aufmerksamkeit humanitärer Organisationen, egal wie unzureichend sie sein mag. Was ist aber mit den Tausenden, ziellos Umherirrenden, die auf der Suche nach Hilfe entlang der Straßen schreiten? Folgt man ihnen, gelangt man zur burmesischen Grenze und erkennt, warum die Menschen fliehen: Man sieht den Rauch ihrer brennenden Häuser, explodierende Minen und Bomben, die aus Hubschraubern geworfen werden. „Sie hätten uns auch getötet“, berichtet Joitun, die mit ihren vier Kindern und einem alten Vater fliehen musste.

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