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Was wird aus den Basaren? Ein Bericht aus dem türkischen Hinterland. Von Mustafa Yüksel und Resul Cengiz

Gefahr für eine Tradition

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(Zaman). Die Basare, bei vielen Menschen geliebter Teil des osmanischen Erbes der Türkei, sehen sich heute einer ernst zu nehmenden Gefahr gegenüber, die von den rapide zunehmenden Einkaufszentren ausgeht. Die vermeintliche Breite des Angebots und die angeblichen Kundenfreundlichkeit treffen kleine und mittlere Geschäfte in den Basaren. Einkaufszentren, die auch in der Türkei immer größer werden, beinhalten nicht nur Geschäfte aus dem gesamten Spektrum des Einzelhandels, sondern auch Unterhaltungseinrichtungen, Supermärkte und weitere Angebote. All dies macht sie anziehender für die Verbraucher als traditionelle Basare in ihrem jetzigen Zustand. Der Kaleiçi-Basar in Denizli, der Kemeralti-Basar in Izmir und der Aynali-Markt in Canakkale suchen allesamt nach den vergangenen Tagen des Ruhms – ihre Geschäfte aber müssen schließen.

Ramazan Isildak, der im Vorstand des Aynali-Marktes von Canakkale sitzt, räumt ein, dass die Supermärkte ihr Geschäft beeinflussten. Dabei sei das Geschäftsniveau über die letzten drei Jahre gleich geblieben. Man habe überleben können dank jener Kunden, die es vorzögen, in der historischen Umgebung einkaufen zu gehen.

Negativer fällt hier die Bewertung von Mehmet Gülaylar aus. Er ist Vorsitzender der Händlervereinigung des historischen Kemeralti-Viertels von Izmir. Die stolze Zahl von 11.700 Gewerbetreibenden im Jahre 2004 sei auf heute 8.600 gesunken. Gülayli berichtet, wie in einem der drei Geschäftszentren ein Großteil der bestehenden Betriebe ihre Tätigkeit aufgegeben hätten. Dreißig Ladenflächen stünden augenblicklich frei. Der Geschäftsmann ist der Ansicht, dass Einkaufszentren sowohl schädlich für kleine Händler als auch für Erzeuger und Produzenten seien. Da ein Drittel der gesamten Güterproduktion den Einzelhandel ausmache, habe diese erhebliche Auswirkungen auf die restlichen beiden Drittel. „Hersteller, die von den Einkaufszentren abhängig sind, werden irgendwann dicht machen müssen. Viele kleine oder mittlere Einzelhändler werden ebenfalls ihre Pforten schließen müssen“, so die düstere Einschätzung. Nur die großen Verkäufer würden in der Lage sein, zu überleben. Gülayli zeigte sich darüber hinaus überzeugt, dass ein Quasi-Monopol der großen Einzelhändler mittelfristig zu erheblichen Preisanhebungen für die türkischen Verbraucher führen würde.

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