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Was zu bedenken ist, um den Fastenmonat bewusst zu begehen. Von Schaikh Habib Bewley

Die Besonderheiten des Ramadans

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Allah sagt in Seinem Noblen Buch: „O ihr, die ihr Iman habt, das Fasten ist euch ­vor­geschrieben so wie es jenen vorgeschrieben war, die vor euch waren, auf dass ihr vielleicht Taqwa erlangen werdet.“ (Sure Al-Baqara, 183)

(iz). Ein weiteres Jahr ist vergangen und wir stehen wieder einmal am Beginn des Monats Ramadan, des glorreichen Monats, auf dessen Beginn wir sehnsüchtig warten und über dessen Vorübergehen wir trauern, des Monats, welcher der Dreh- und Angelpunkt unseres ganzen Jahres ist.

Es gibt viele rechtliche Regelungen für den Ramadan, insbesondere hinsichtlich seines Beginns, des Fastens und des nächtlichen Gebetes, und es ist wichtig für jeden erwachsenen Muslim mit intaktem Verstand, Mann oder Frau, diese zu kennen, damit seine Handlungen in voller Übereinstimmung mit der Schari’a und den Befehlen unseres Herrn stehen. Dennoch ist die Ausführung dieser äußeren Handlungen nur ein Teil – wenn auch ein gewichtiger – dessen, was den Ramadan ausmacht. Denn Ramadan bedeutet nicht nur, nichts zu essen und zu trinken – es ist viel mehr als das.

Das erste, was wir bezüglich des ­Ramadans verstehen müssen, ist dass der Monat als solcher gesegnet ist; er ist eine sehr, sehr besondere Zeit im Jahr. Nicht alle Zeiten sind gleich; manche sind großartiger als andere. Ramadan ist eine solche Zeit, wie uns der Prophet mitgeteilt hat.

Erstens ist der Ramadan der Monat des Fastens, und das Fasten ist die Handlung der Anbetung, die Allah für eine nicht genau benannte Belohnung auserwählt. Der Gesandte Allahs sagte: „Allah sagt: ‘Jede Handlung des Sohnes von Adam gehört ihm selbst, außer dem Fasten. Es ist für Mich, und Ich werde ihn dafür entlohnen. Das Fasten ist ein Schutzschild. Wenn einer von euch fastet, soll er weder obszön noch zu laut sprechen, und wenn ihn jemand beleidigt oder herausfordert, dann soll er sagen: ‘Ich faste.’ Bei dem, in dessen Hand die Seele Muhammads ist, der Mundgeruch des Fastenden ist Allah lieber als der Duft von Moschus. Derjenige, der fastet, hat zwei Freuden: Wenn er sein Fasten bricht, wird er die Freude des Fastenbrechens haben, und wenn er seinen Herrn trifft, wird er die Freude haben, gefastet zu haben.’“ Und zur Krönung des Ganzen ist das Fasten eine Handlung der Anbetung, für die Allah ein spezielles Tor zum Garten vorgesehen hat.

Zweitens ist der Ramadan der Monat des Qur’an – es war in diesem Monat, in dem er in seiner Gänze herab gesandt wurde. Allah sagt: „Der Monat ­Ramadan ist es, in dem der Qur’an herab gesandt wurde als eine Rechtleitung für die ­Menschheit, mit klaren Zeichen der Rechtleitung und Unterscheidung.“ (Sure Al-Baqara, 185)

Und es war in diesem Monat, dass der Gesandte Allahs den Qur’an in Gänze dem Engel Dschibril vortrug. Ramadan ist der Monat des Qur’an, aber er ist auch ein Monat für den Qur’an. Sobald er begonnen hat, erscheinen die Worte des Qur’an auf einmal noch schöner und ihre Bedeutungen werden noch klarer. Unser Wunsch, den Qur’an in die Hand zu nehmen und ihn zu rezitieren, wird wieder neu belebt, und plötzlich finden wir in diesem Monat viel Zeit dafür, wo wir zuvor wenig fanden. Daher müssen wir dies voll ausnutzen und unsere Momente mit Rezitation und Kontemplation des Qur’an füllen.

Jeder von uns sollte anstreben, sein „Khatm“ zu vollenden, mit anderen Worten den ganzen Qur’an von Anfang bis Ende zu rezitieren – oder zumindest zu hören, mindestens einmal in diesem Monat und wenn möglich mehr. Drittens, für die Dauer des Ramadan sind die Tore des Himmels weit offen, die Tore zur Hölle geschlossen, und die Schaijatin [Teufel] sind gefesselt. Der Gesandte Allahs sagte: „Wenn Ramadan kommt, werden die Tore des Gartens geöffnet, die Tore des Feuers sind ­geschlossen, und die Schaitane sind angekettet.“ Die guten Handlungen sind leichter durchzuführen und die Hindernisse, die uns normalerweise davon abhalten, sind nicht mehr da. Die Zeit ist mit uns, nicht gegen uns – also nutzen wir die Zeit, um auf dem Weg voranzukommen. Gute Eigenschaften werden in diesem Monat verstärkt und schlechte treten weniger hervor. Ohne die Einflüsterungen der Schaitane besiegt Vergebung den Tadel und Groß­zügigkeit besiegt den Geiz. Als der Prophet gefragt wurde, welche Art der Sada­qa die beste sei, antwortete er: „Sadaqa im Monat Ramadan.“ Wir dürfen diese Aufforderungen nicht ignorieren – jetzt noch weniger als sonst. Wir sollten unsere Häuser mit Gästen füllen und jenen helfen, die unserer Hilfe bedürfen.

Viertens fällt die Lailat Al-Qadr, die Nacht der Bestimmung, in den ­Ra­ma­dan. Allah sagt in Sure Al-Qadr: ­“Wahrlich, Wir sandten ihn herab in der Lailat Al-Qadr. Und was lässt dich ­wissen, was die Lailat Al-Qadr ist? Die Lailat Al-Qadr ist besser als tausend Monate.“ (Sure Al-Qadr, 1-5)

Diese Nacht ist also besser als tausend Monate – was etwa der Zahl der Monate eines menschlichen Lebens entspricht. Und in dieser Nacht schreibt Allah die Bestimmung von jedem Ding in der Schöpfung für das kommende Jahr nieder. Es gibt keine bessere Zeit im ganzen Jahr als diese Nacht, und die Belohnung, sie mit Leben zu erwecken ist immens. Der Prophet sagte: „Wer immer in der Lailat Al-Qadr im Gebet steht, mit Glauben und in der Erwartung der Belohnung dafür, dem werden alle zurückliegenden falschen Handlungen vergeben.“ Daher sollten wir sicher gehen, diese Nacht nicht zu verpassen. Haltet danach Ausschau in den ungeraden Nächten der letzten zehn Tage des Ramadan, denn in diese Nächte fällt nach traditioneller Auffassung die Lailat Al-Qadr, und lasst keine dieser Nächte ohne nächtliches Gebet vergehen. Allermindestens aber sollte man in diesen Nächten am gemeinschaftlichen Tarawih-Gebet teilnehmen.

Fünftens bildet der Ramadan den Anlass für die Muslime, in Gemeinschaft zusammenzukommen. Alte Wunden und Gräben verheilen in der Freude des gemeinsamen Fastenbrechens und des Wetteiferns in guten Taten. Ramadan bringt Menschen zusammen. Allah nutzt diesen Monat als ein Mittel, die Herzen der Gläubigen zusammenzubringen, und Er lässt die Handlung des Zusammenkommens und des Teilens von Essen eine Quelle von noch größerer Belohnung für uns sein. Der Prophet sagte: „Jeder, der einen anderen mit den Mitteln versorgt, sein Fasten zu brechen, wird die gleiche Belohnung haben wie er, ohne dass die Belohnung des Fastenden in irgendeiner Form vermindert würde.“

Dies sind nur einige der vielen einzigartigen Qualitäten des Ramadan, und sie zeigen das Ausmaß, in dem Allah ihn geehrt hat. Daher lasst ihn uns voll ausnutzen, so lange er andauert; denn wenn es auch so aussehen mag, dass er sich vor uns ausdehnt, so geht doch seine Zeit nur allzu schnell vorüber, und das Bedauern, sie verpasst zu haben, wird sie nicht zurückbringen. Seine Momente sind unbezahlbar, das sollten wir nie vergessen.

Wahres Fasten beinhaltet mehr, als sich des Essens, Trinkens und Geschlechtsverkehrs zu enthalten. Man soll sich nicht nur von diesen Bedürfnissen enthalten, sondern von allen tadelnswerten Eigenschaften wie Neid, Bitterkeit oder Zorn, und allen tadelnswerten Handlungen in Zusammenhang mit den Gliedern – der Zunge, den Augen, Ohren, Händen und Füßen, wie Lügen oder dem Hören oder Schauen auf das, was im Din unzulässig ist. Das Fasten einer Person mag nach rechtlichen Kriterien akzeptabel sein, aber dennoch ohne jeglichen Gewinn oder Belohnung. Es sind diese Menschen, auf die der Prophet sich bezog, als er sagte: „Viele von denen, die Fasten, haben davon nichts als Hunger und Durst, und viele, die in der Nacht im Gebet stehen, haben davon nichts als Müdigkeit und Schlaflosigkeit.“

Mit anderen Worten, wahres Fas­ten ist das Kontrollieren der Glieder und Reaktionen sowie der körperlichen ­Begierden.

Dies betrifft die Handlungsebene. Was das Fasten einer Person aber ebenso bedeutungslos und leer werden lässt, ist der Mangel an Absicht darin. Es muss eine feste Absicht bestehen, dass man fas­tet, und dass man für Allah fastet.

Diese Absicht muss in der Nacht vor Beginn des Fastens gefasst werden. Werden einzelne Tage wegen Krankheit, Menstruation oder Reisen versäumt, dann muss die Absicht erneuert werden. Die Wichtigkeit der Absicht kann nicht genug betont werden.

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