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Wegen Islam-Unterricht im Netz: Mann in China muss ins Gefängnis

Behörden schränken die Religionsausübung für Muslime erneut weiter ein

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Foto: Hujau | Lizenz: Public Domain

Peking (dpa). Ein Muslim in der chinesischen Region Xinjiang (Ostturkestan) ist zu zwei Jahren Haft verurteilt worden, weil er im Internet Beiträge über den Islam veröffentlicht hat. Der 49-Jährige betrieb auf dem sozialen Netzwerk Wechat mindestens eine Diskussionsgruppe, in der er unter anderem Unterricht über Gebetsmethoden und den Koran gab. Das teilte das Oberste Provinzgericht in Xinjiang mit.

Dem Urteil zufolge verstieß der Mann gegen das gesetzliche Verbot religiöser Aktivitäten außerhalb «religiöser Einrichtungen». Bei Wechat handele es sich nicht um einen solchen Ort.

In Xinjiang im äußersten Westen des Landes verschärften die Behörden die Überwachung zuletzt und schränkten Möglichkeiten für die muslimischen Minderheiten weiter ein, ihre Religion auszuüben. Gerechtfertigt wurde dies mit dem Kampf gegen islamistischen Terror.

Hintergrund sind Spannungen zwischen der muslimischen Minderheit der Uiguren in Xinjiang und den Han-Chinesen, der größten Volksgruppe in China. Das muslimische Turkvolk fühlt sich wirtschaftlich, politisch und kulturell von den Han-Chinesen unterdrückt. Nach ihrer Machtübernahme 1949 in Peking hatten die Kommunisten das frühere Ostturkestan der Volksrepublik angeschlossen.

Schon seit vielen Jahren kommt es in der Region immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen. Der nun verurteilte Mann gehört den Hui-Chinesen an, einer weiteren muslimischen Minderheit des Landes.

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