IZ News Ticker

Weisheit und Muttermilch

Über die spirituellen Aspekte des Stillens

Werbung

Foto: esperanxa, Pixabey.com| Lizenz: CC0 Public Domain

(iz). Für die werdende Mutter ist die Spiritualität des ungeborenen Kindes von großer Bedeutung. Das hört mit der Geburt nicht auf, denn ihre Aufgabe als spirituelle Lehrerin ihrer Kinder beginnt jetzt erst richtig. Die Stillzeit, die im Islam idealerweise bis zu zwei Jahren dauert, ist eine Zeit engster Intimität und eine, in der die Beziehung basierend auf Vertrauen und Liebe zwischen Mutter und Kind aufgebaut wird. Das Kind lernt, dass es sich auf die Mutter verlassen kann und seine Grundbedürfnisse nach Nahrung, Wärme und Schutz gestillt werden.

Die Stillzeit ist für die Mutter eine herausragende Möglichkeit, das Neugeborene spirituell in seiner Verbindung zum Schöpfer zu stärken. Jedes Kind wird im Zustand der natürlichen Fitra geboren, die den Glauben an Allah beinhaltet, und es ist unsere Aufgabe, diese zu schützen und zu unterstützen.

In der Stillzeit wie auch in der Schwangerschaft ist es besonders wichtig für die Mutter, auf ihre Ernährung zu achten. Dabei spielt das Konzept von Halal und Tayyib, das im Qur’an (Sure 2, Vers 168) erwähnt wird, eine besondere Rolle. Schaikh Kamaluddin Ahmed weist darauf hin, dass es besonders wichtig für die stillende Mutter ist, Essen zu sich zu nehmen, welches halal und tayyib ist. Tayyib bedeutet rein und während es heutzutage oft mit Bio-Lebensmitteln gleichgesetzt wird, erklärt der Schaikh, dass es auch eine wichtige spirituelle Bedeutung hat.

Tayyib-Essen, so Schaikh Kamaluddin, wird von einem Muslim zubereitet, der rechtschaffen ist und idealerweise während des Kochens im Gedenken an Allah ist. Das mit Dhikr bereicherte Essen hat nicht nur einen positiven Einfluss auf die Mutter, sondern über die Muttermilch auch auf das Kind. Besonders wichtig ist auch, dass das Essen mit Geld aus erlaubtem Einkommen gekauft wurde, denn nur so kann es wirklich halal sein.

Der Schaikh erklärt zudem, dass es in der islamischen Geschichte sogar Frauen gab, die so darauf bedacht waren, ihrem Kind das Beste im islamische Sinne zu geben, dass sie während der Stillzeit nur Zam-Zam Wasser getrunken haben, in der Hoffnung, dass der Segen dieses besonderen Wassers helfen würde, ihre Kinder zu gottesfürchtigen Muslimen zu machen.

Zusätzlich sollte die stillende Mutter versuchen, immer mit Wudu zu stillen. Denn auch unsere rituelle Reinheit hat einen Einfluss auf die sich entwickelnde Spiritualität unseres Kindes. Auch wenn es uns nicht immer möglich ist, im Zustand ritueller Reinheit zu sein, so können wir jedoch versuchen, so oft wie möglich daran zu denken. Generell ist es sehr erstrebenswert für einen Muslim, sich im Zustand des Wudu zu befinden, denn es stellt einen Schutz dar und ermöglicht es uns, in jeder Situation zu beten. Und wenn wir unser Leben lang im Zustand ritueller Reinheit waren, so können wir die Hoffnung haben, dass Allah auch in diesem Zustand unsere Seele wieder zu sich nimmt, erklärt Schaikh Kamaluddin.

Gerade im ersten halben Jahr verbringt eine Mutter sehr viel Zeit damit, ihr Kind zu stillen. Diese Zeit können wir nutzen, um Allah zu gedenken und Lobpreis auf den Propheten Muhammad, Segen und Frieden auf ihm, zu sprechen. Unser Baby wird sich an diese Worte gewöhnen und es wird ein positives Erlebnis, die Nähe zu seiner Mutter, Frieden und Liebe, mit diesen Worten verbinden. Gleichzeitig füllen wir diese Phase mit Gottesdienst und kommen so Allah näher. Wenn wir den Dhikr im Herzen machen, können wir auch unseren Fokus auf das kleine Herz unseres Babys lenken und sind mit diesem durch die Namen Allahs verbunden.

Keinesfalls sollten wir während wir stillen schlechte Dinge sprechen, mit unserer Freundin am Telefon lästern oder wütend unsere anderen Kinder anschreien. Denn auch das hat einen Einfluss, und zwar einen negativen, auf das kleine Wesen in unseren Armen, erklärt der Schaikh.

Weiterhin ist es besonders wichtig, die Basmalah für unser Kind zu sprechen, bevor es anfängt zu trinken. Da das neugeborene Kind noch nicht selbst sprechen kann, müssen wir es übernehmen. Zusätzlich können wir auch die Einschlaflieder mit islamischen Inhalten füllen. Anstatt Gute-Nacht-Lieder zu singen, können wir auch Dhikr in einer schönen und melodischen Weise für unser Kind singen und es somit noch mehr mit den Namen Allahs oder mit Lobpreisungen vertraut machen.

Obwohl sich jede Mutter freut, wenn das Kleine das erste Mal „Mama“ sagt, so sollten wir doch versuchen, dass das erste Wort unseres Kindes „Allah“ sein wird, mit der Intention, dass es ein rechtschaffener Muslim werde.

The following two tabs change content below.
Avatar

Azizah Seise

Euch gefällt der Artikel? Hier könnt ihr ihn teilen!

Facebook
Twitter
Instagram
Lade...

Wenn Sie diese Seite weiter benutzen, akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies. mehr Informationen

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Sie stimmen der Verwendung von Cookies zu, wenn Sie "Akzeptieren" klicken.

Schließen