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Weiterbildung von Imamen in Niedersachsen nach acht Jahren vor dem Aus

Uni schlägt Alarm – Grüne: Landesregierung muss endlich aktiv werden

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Foto: Institut für Islamische Theologie Osnabrück, Facebook

Osnabrück (ots). Die universitäre Weiterbildung von Imamen in Niederachsen steht vor dem Aus. Wie die „Neue Osnabrücker Zeitung“ berichtet, stellt sich das Institut für Islamische Theologie der Universität Osnabrück auf dieses Szenario ein, nachdem der Studiengang vor acht Jahren mit großen politischen Hoffnungen auf den Weg gebracht worden war.

Der zuständige Projektkoordinator der Universität, Roman Singendonk, sagte der NOZ: „Wir schlagen jetzt Alarm. Alleine schaffen wir es nicht.“ Die Weiterbildung von Imamen laufe nach acht Jahren zum Oktober dieses Jahres aus, kündigt er an. Es habe sich immer nur um eine Behelfskonstruktion gehandelt. Am Ende müssten Imame in Deutschland ausgebildet werden.

Das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) hielt sich in Sachen Ausbildung bedeckt. Auf Anfrage der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ teilte eine Sprecherin mit: „Das MWK ist für Gespräche jederzeit offen.“ Ausgangspunkt und Grundlage für Gespräche müssten jedoch Überlegungen und Vorstellungen der Islamischen Verbände sein.

Die Grünen kritisieren die Zurückhaltung in Sachen Imamausbildung als ernüchternd. „Es ist die Landesregierung, die hier nun endlich aktiv werden muss, um auch den aus dem Ausland finanzierten Imamen der DITIB sowohl eine Alternative zur Ausbildung und dann später auch zur Finanzierung zu erarbeiten“, sagte Eva Viehoff, religionspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion. „Davon will die Landesregierung offensichtlich nichts mehr wissen und stiehlt sich aus der Verantwortung. Dabei ist das eine der drängendsten religionspolitischen Fragen für den niedersächsischen Islam“, sagte Viehoff. Die Grünen forderten Gespräche der Landesregierung mit den islamischen Dachverbänden und der Universität über Ausbildungskonzepte. Es brauche Geistliche, die Land und Leute kennen.

Die Islamverbände DITIB und Schura Niedersachsen zeigen sich grundsätzlich offen, stellten aber Bedingungen: „Wir stehen einer Imamausbildung in Deutschland nicht skeptisch gegenüber, nur müssen hier richtige Schritte eingeleitet werden“, sagte Ditib-Landesgeschäftsführerin Emine Oguz der NOZ. „Die islamischen Religionsgemeinschaften müssen als Träger dieses Vorhabens federführend mitwirken, weil sonst das Vertrauen der Community nicht gewährleistet ist.“ Allerdings müssten die politischen Akteure den Religionsgemeinschaften auch verfassungsrechtliche Zuständigkeit zusprechen.

An der Universität Osnabrück wurden in den vergangenen acht Jahren rund 150 Imame weitergebildet.

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