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Weitere Öffnungen: Zentral- und Islamrat widersprechen sich

KRM-Sprecher geht davon aus, dass sich Maßnahmen bisher bewähren

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Foto: Ali Kizilkaya, Facebook

Köln/Berlin (iz). Am Sonntag, den 17. Mai erklärte Burhan Kesici, amtierender Sprecher des Koordinationsrates der Muslime in Deutschland (KRM), dass sich aufgrund „der gesammelten Erfahrungen“ der Maßnahmekatalog für eine schrittweise Öffnung „bewährt“ habe.

„Mitglieder des KRM werden ihre Entscheidung unter strikter Einhaltung der KRM-Maßnahmen treffen. Es gilt der Grundsatz, dass die Pandemie nicht unterschätzt werden darf. Deshalb ist weiter Wachsamkeit und Vorsicht das Gebot der Stunde. Die Vorgaben werden fortlaufend überwacht und können jederzeit angepasst werden – in beide Richtungen“, verlautbarte der Berliner, Repräsentant des Islamrates im KRM.

Am 19. Mai, dem Tag vor der „Nacht der Macht“, empfahl der Zentralrat der Muslime in Deutschland eine Aussetzung der besucherreichen Gebete – Dschumu’ah, Tarawwih und ‘Id-Gebete zum Fastenende. „Aus Fürsorge für die Gesundheit unserer Mitbürger und Gemeinden empfehlen wir unseren Moscheen daher bis mindestens zum 31. Mai an die in unserem Maßnahmenkatalog beschriebenen Regularien des KRM (Koordinationsrat der Muslime) festzuhalten“, sagte Zentralratschef Mazyek in Köln.

Nach Ansicht von Experten seien die Entwicklungen in Deutschland weiterhin kritisch zu sehen. In geschlossenen Räumen böte selbst Abstand „nur bedingt Schutz“. Es sei eine Pflicht der Muslime, diese schmerzlichen Einschnitte auf sich zu nehmen.

Der ZMD-Beschluss wird allerdings nicht durchgehend von allen Mitgliedern befolgt. Der Verband ATIB wird, wie die restlichen türkisch-dominierten Verbände, seine Moschee für sämtliche Gebete öffnen.

Gegenteilig dazu erklärte der Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland eine weitere Öffnung von Moscheen. Dazu könnten jetzt auch die Freitags-, Nacht- und Feiertagsgebete gehören. Diese schrittweise Öffnung unter Einhaltung des KRM-Katalogs gelte „vorbehaltlich regionaler Besonderheiten hinsichtlich der Infektionszahlen: Bei 50 Neuinfizierten auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen werden die Lockerungen auch für die Moscheegemeinden zurückgenommen“. Bisherige Erfahrungen, so Kesici, belegen „durchweg positive Erfahrungen“. Vorgaben würden fortlaufend überwacht und könnten jederzeit angepasst werden.

Kesici betonte aber die Fortdauer spezifischer Begrenzungen bzw. Regelungen. Dazu gehört, dass Kindern der Zutritt verwehrt wird und Ältere bessere zu Hause beten. „Darüber hinaus gelten strenge Abstandsregeln, Begrenzung der Teilnehmerzahl, Anmeldeverfahren, Masken- und Desinfektionspflichten. Die Räume zur rituellen Waschung vor dem Gebet bleiben ebenfalls weiter geschlossen. Zudem werden Namen und Telefonnummer der Besucher für eine mögliche Infektionsrückverfolgung notiert.“

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Sulaiman Wilms

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