IZ News Ticker

Weiterhin kein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Von Dr. Sabine Ebert, Dubai

Steuerfreiheit ein Dorn im Auge

Werbung

Die Verlängerung oder Erneuerung des alten beziehungsweise der Abschluss eines neuen Doppelbesteuerungsabkommens zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten wächst sich so langsam zu einer Hängepartie aus, mit einem klaren Verlierer: den deutschen Unternehmen. Die Schutzwirkung des alten Doppel­besteuerungsabkommens ist zum Jahresende 2009 weggefallen.

Auch wenn das Bundesfinanzministerium am 23.12.2008 den schnellen Abschluss eines neuen Doppelbesteuerungsabkommens versprach, sowie dessen rückwirkende Anwendung zum 01.01.2009, geht das Bayerische Landesamt für Steuern augenblicklich und bis auf weiteres von einem abkommenslosen Zustand aus. Ein wesentlicher Grund für die Kündigung des alten Doppelbesteuerungsabkommens war die Steuerfreiheit der in den Vereinigten Arabischen Emiraten erzielten Gewinne von Immobilienfonds. Deutsche Anleger investierten hier in großem Stil. Das alte Doppelbesteuerungsabkommen stand jedoch ohnehin schon immer in der allgemeinen Kritik, da auf seiner Grundlage in den Emiraten erzielte Einkünfte von der Besteuerung in Deutschland freigestellt wurden, obwohl in den Vereinigten Arabischen Emiraten keine Steuergesetze in Kraft sind.

Die Vereinigten Arabischen Emirate bieten insgesamt attraktive Standortbedingungen für ausländische Unternehmen und Investoren. Hierzu zählt auch ein solider, durch die Erdöleinkünfte insbesondere des Emirats Abu Dhabi abgesicherter und deshalb weitgehend von Steuereinkünften unabhängiger Staatshaushalt. Lediglich ausländische Energieunternehmen und ausländische Banken mit Niederlassungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten unterliegen der Besteuerung, allerdings sind deren Steuersätze im Einzelfall verhandelbar.

Im Hinblick auf den Versuch, Steuerschlupflöcher zu schließen sowie die Geldwäsche und die Terrorismusfinanzierung zu bekämpfen, ist von großer Bedeutung, dass die Emirate nach Auffassung der OECD nicht als Steueroase einzustufen sind und somit auf der weißen Liste stehen. Dies liegt vor allem an den über 30 Doppelbesteuerungsabkommen, die die Emirate nach OECD-Vorbild geschlossen haben, auch wenn dieser Punkt nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass es für ausländische Staaten nicht ganz leicht werden dürfte, Informationen über die Tätigkeiten Steuerpflichtiger in den Emiraten zu erhalten.

Die völlige Steuerfreiheit in den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie in seinen Freihandelszonen und Offshore-Zentren, die die völlige Steuerfreiheit im Unterschied zum “mainland“ der Emirate langfristig garantieren, birgt ein Steuergefälle im Verhältnis zu Hochsteuerländern wie etwa Deutschland.

Europäische Nachbarstaaten Deutschlands, wie Polen, Tschechien, Österreich und Belgien, haben Wert auf den Abschluss von Doppelbesteuerungsabkommen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten gelegt.

Keine Steuern und langfristige Planungssicherheit stellen fast paradiesische Rahmenbedingungen für Investoren in den Vereinigten Arabischen Emiraten dar. Zwar ist die Immobilienblase geplatzt und man sich in den nächsten Jahren immer wieder die Frage stellen, ob die Vereinigten Arabischen Emirate für die Schulden der Gesellschaften in Dubai bürgen oder einspringen. Das Grundgerüst aber passt, was der eigentliche Grund für den Boom in den Vereinigten Arabischen Emiraten und insbesondere in Dubai ist. Aus der Sicht deutscher Unternehmen ist es fast schon betrüblich, dass europäische Nachbarstaaten die Zeichen der Zeit verstanden haben.

Kontakt: Roedl, Meyer-Reumann (Dubai), Dubai World Trade Centre, Level 13, P.O. Box: 9353, Dubai, United Arab Emirates, Tel: +971 4 331 7110, Fax: +971 4 331 3832a

Euch gefällt der Artikel? Hier könnt ihr ihn teilen!

Facebook
Twitter
Instagram
Lade...

Wenn Sie diese Seite weiter benutzen, akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies. mehr Informationen

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Sie stimmen der Verwendung von Cookies zu, wenn Sie "Akzeptieren" klicken.

Schließen