Wenn Muslime alt werden

Senioren genießen in muslimischen ­Gemeinschaften einen hohen Status innerhalb der Familie. Sie sorgen für den Segen der Familie. Bis vor kurzem gab es in muslimisch-geprägten Ländern keine Altersheime. Von Dr. Cemil Sahinöz (iz). In Zeiten von Corona hört oder liest man Kommentare, die einen nachdenklich machen. Weil Personen über 65 stärker gefährdet sind, gibt es hin und wieder Gedanken, wie: „Die sind sowieso krank, die würden sowieso bald sterben. Uns Jugendlichen passiert ja nichts, also brauchen wir auch keine Vorkehrungen zu treffen.“ Dabei sind Senioren die Stützpfeiler einer jeden Gesellschaft. Senioren genießen in muslimischen Gemeinschaften einen hohen Status innerhalb der Familie. Sie sorgen für den Segen der Familie. Man geht theologisch davon aus, dass man durch die Senioren Gottes Gnade erlangen kann. Hierzu sagte zum Beispiel der Prophet Muhammed: „Wenn es keine Älteren, deren Rücken vom Alter gebeugt sind (…), gäbe, würden Unglücke wie eine Flut über euch strömen“ (beispielsweise bei Al-Bayhaqi). Demnach wird Gottes Segen auf Grund der älteren Menschen gegeben. Eltern- und Altenpflege war für den Propheten zentral: „Das Paradies ist unter den Füßen der Mütter.“ (beispielsweise bei Ibn ‘Abdalbarr) Im Qur’an wird die Pflege der Eltern noch stärker betont. So heißt es: „Und dein Herr hat befohlen: … Wenn Muslime alt werden weiterlesen