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Wie den Ramadan ­erfolgreich beenden?

Denken und die Praxis: ­Antworten auf aktuelle Fragen und ­Heraus­forderungen. Von Tijana ­Sarac, Ali Kocaman, Malik Özkan

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Foto: Muslim Matters

„Oh, die ihr Iman habt, das Fasten ist euch vorgeschrieben, so wie es für jene vorgeschrieben war, die vor euch kamen, damit ihr Taqwa habt.“ (Al-Baqara, 183)

(iz). Auch dieser Ramadan, auf den wir sehnlichst gewartet haben, ist inzwischen in seiner zweiten Hälfte angekommen und bewegt sich auf sein Ende zu. Dieser glorreiche Monat ist der Dreh- und Angelpunkt eines ganzen Jahres. Er ist der Prinz der Monate. Der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „Der Herr aller Monate ist der Ramadan und der Fürst aller Tage ist der Freitag.“ Und: „Er ist ein Monat der Geduld und die Belohnung für Geduld ist der (Paradies-)Garten. Der Ramadan ist die Zeit des großzügigen Gebens und der Monat, in dem die Versorgung der Gläubigen gesteigert wird.“

Der Qur’an und die ­letzten Tage
Im letzten Drittel des Ramadan befindet sich die Lailatu’l-Qadr. Der Gesandte Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „Wer die Lailatu’l-Qadr im Gebet verbringt – mit vollem Glauben und der Hoffnung auf Belohnung – dem wird Allah alle falschen Handlungen bis zu diesem Zeitpunkt vergeben.“ Man sollte danach streben, diese Nacht zu suchen und sie in Anbetung zu verbringen. Die Mehrheit der Mufassirun (Qur’ankommentatoren) und die Leute des Wissens sind der Ansicht, dass dies jede der letzten zehn Nächte des Ramadans sein kann, und am wahrscheinlichsten ist es die 27. der Ramadannächte. Um sicherzugehen, dass man seinen Anteil am Stehen im Gebet erhält, sollte man am Tarawwih-Gebet teilnehmen. Es ist eine einzigartige Gelegenheit, die Rezitation des ganzen Qur’an zu hören – eine Möglichkeit, welche die meisten von uns außerhalb des Ramadans vielleicht nie bekommen.

Es ist ebenso empfehlenswert, den Qur’an im Laufe des Ramadans selbst zu rezitieren. Dieser Monat und das Buch Allahs haben eine besondere Beziehung. Dafür findet sich in diesem Monat mehr Zeit und man wird feststellen, dass das Verständnis und der Geschmack für die qur’anischen Bedeutungen höher sind. Der Ramadan ist der Monat für den Qur’an, denn in ihm wurde er in seiner Gesamtheit herabgesandt. Allah sagt: „Der Monat Ramadan (ist es), in dem der Qurʾan als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt wurde und als klarer Beweis der Rechtleitung und der Unterscheidung.“ (Al-Baqara, 185) In diesem Monat ­rezitierte der Gesandte Allahs den ganzen Qur’an in Anwesenheit des Engels ­Dschibril (Gabriel).

Zeit wie keine andere
Als zweiten Aspekt erwähnte der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, in seiner Khutba, dass ­Allah den Ramadan dadurch hervorgehoben hat, dass Er in ihm das Fasten zur Pflicht machte. Das Fasten ist eine einzigartige Form der Anbetung, für die ­Allah eine besondere, ungenannte Belohnung vorsieht, die nur Er allein kennt. Für die Fastenden wurde ein besonderes Tor im (Paradies-)Garten geschaffen. Der Prophet sagte: „Es gibt ein Tor zum Garten, das Ar-Rajjan heißt. Durch dieses werden am Tag der Auferstehung nur jene hindurchgehen, die fasten.“

Als nächstes spricht der Prophet davon, dass dieser Monat uns mehr Sabr (was oft mit „Geduld“ übersetzt wird, jedoch auch eine weitere Bedeutung hat, im Sinne, „eine Sache zu Ende zu bringen“) und Großzügigkeit gibt. Dasselbe gilt für jede andere gute Eigenschaft. Die Ursache dafür sind zwei Dinge: Die unglaublich erhebende, beinahe fühlbare Baraka des Ramadan sowie die Tatsache, dass die Kräfte, die uns zum schlechten Handeln verleiten, erheblich geschwächt werden. Unsere Leidenschaften und unsere Triebseele werden durch den körperlichen Akt des Fastens erschöpft und die Schaijatin (Teufel), die uns sonst umgeben und uns Übles einflüstern, sind angekettet. Der Prophet sagte: „Wenn der Ramadan kommt, werden die Tore des Gartens geöffnet, die Tore zum Feuer geschlossen und die Teufel angekettet.“ Wir kämpfen in dieser Zeit nicht länger gegen eine ­wilde Strömung an, sondern sie ist im Ramadan mit uns und wir lassen uns ­vorwärts treiben.

Geben und Vergeben
Der Ramadan ist die Zeit für großzügiges Geben. Hierin finden wir die Möglichkeit, unseren Mitmenschen zu vergeben und Beziehungen wiederherzustellen. Es ist lohnenswert, unsere Häuser mit Gästen zu füllen und mit ihnen unser Essen zu teilen. „Und er wird die gleiche Belohnung erhalten wie derjenige, dem er etwas zu essen gibt, ohne das sich seine Belohnung verringern würde“, sagte der Gesandte Allahs am Ende seiner Khutba über denjenigen, der einem Fastenden zu Essen gibt. Allah sagt in Seinem Majes­tätischen Buch: „Was aber jemanden angeht, der den Stand seines Herrn gefürchtet und seiner Seele die (bösen) Neigungen untersagt hat, dem wird der (Paradies-)Garten Zufluchtsort sein.“ (An-Naziat, 40-41)

Gleichzeitig ist dies die Zeit der „Silat­u’r-Rahim“, der Pflege der Familienbande. Sie eine edle Ibada und beruht auf Adab und Mu’amalat. Der Prophet, ­Allahs Segen und Frieden auf ihm, sagte: „Der Din ist Mu’amalat.“ Der größte Zweck der Pflege der Familienbande ist, dass man die materiellen Gegebenheiten, Lebensumstände seiner Verwandten, ihren Zustand im Din und im Verhalten erfährt, und ihnen danach Gutes zukommen lässt und Schlechtes von ihnen entfernt, soweit man kann.

Khadidschah, möge Allah mit ihr zufrieden sein, die erste Ehefrau des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte einmal zu ihm: „Allah wird dich niemals betrüben. Denn du brichst die Familienbande nicht, du hilfst den Menschen, ihre Lasten zu tragen, du unterstützt die Mittellosen, du bist den Gästen gegenüber großzügig und bewirtest sie. Du stehst dem, der bei der Wahrheit steht, bei.“ Der Prophet sagte auch: „Es gibt nichts, mit dem man Allah gegenüber gehorsam ist und dessen Belohnung Allah schneller gibt, als die Pflege der Familienbande.“

Gemäß einer weiteren Überlieferung sagte der Prophet, Allahs Segen und Frieden auf ihm: „Die Leute des Paradieses sind drei Gruppen. Der gerechte Herrscher, der barmherzige Mensch, dessen Herz sanft mit all seinen Verwandten ist, und der anständige Mann, der viele Nachkommen hat.“ Die Bedeutung des Wortes „Rahim/Arham“ wird als Verwandte väterlicherseits und mütterlicherseits erklärt, wurde aber auch im Kontext des Din erklärt, womit die Mu’minun gemeint sind. Die Familie aber hat Vorrang beim Geben von Sadaqa. Allah der Erhabene sagt: „Gebt den Verwandten ihren Teil, und den Armen und den Reisenden.“ Hier stellt Allah die Verwandten noch vor die Armen und die Reisenden.

Nach dem Fasten kommt die Feier
Erreichen wir das ‘Id al-Fitr, das Fest zum Ende des Ramadan, erleben wir unseren Tag der Belohnung. Im Islam folgen die ‘Id-Feste beide einer großen Ibada. Die Muslime zeigen sich durch diese ihrem Herrn gegenüber gehorsam. Sie strengen sich an, um das Wohlgefallen Allahs zu erlangen, bemühen und verausgaben sich, sodass Allah sie zum Schluss mit einem Fest und Tagen der Zufriedenheit und Freude belohnt. Diese Tage sind solche, an denen die Muslime der Größe Allahs gedenken und Ihm danken. Unsere Freude und Liebe zu Allah spiegelt sich in unseren täglichen fünf Gebeten wider, wird in ihrer Spürbarkeit an den Freitagen erhöht und findet in den beiden Festen ihren Höhepunkt.

Das ‘Id-Gebet ist für jeden, und jeder sollte an ihm teilnehmen – Frauen Männer, die Alten unter uns wie auch die Jungen. Umm Atija überlieferte, dass der Prophet junge, unverheiratete, ältere und menstruierende Frauen dazu aufrief, am Festtagsgebet teilzunehmen.

Es gehört zur Sunna, vor diesem Gebet etwas Gegessen zu haben. Ein schönes Frühstück mit der Familie oder mit Freunden, bevor man zum Ort des gemeinschaftlichen ‘Id-Gebets geht, ist daher nicht nur ein Genuss nach dem Monat des Fastens, sondern auch eine empfohlene, lohnenswerte Handlung. Allah macht es uns leicht, wir müssen Seine Barmherzigkeit bloß erkennen und Seine Geschenke an uns annehmen.

Die Zakat al-Fitr
Eine weitere verpflichtende ‘Ibada am Ende des Ramadan ist das Geben der ­Zakat al-Fitr an die Armen. Sie wird vom Oberhaupt eines Haushalts für alle, die unter seiner/ihrer Verantwortung stehen, gezahlt. Sie wird nach der Position von Imam Malik und Imam Schafi’i in den Grundnahrungsmitteln des Landes ­bezahlt, in dem man sich aufhält – wie etwa Reis oder Gerste und nicht in Form von Geld. Für jede Person eines Haushalts wird ein Sa’ gegeben, dies entspricht ungefähr 2,2 Kilogramm.

Die Zakat al-Fitr wird idealerweise vor dem ‘Id-Gebet gezahlt, sie einen oder zwei Tage im Voraus zu zahlen ist auch möglich. Hat man sie nach dem Festgebet noch nicht gezahlt, so hat man die vorgeschriebene Zeit, in der sie abgegeben werden soll, verpasst. Gezahlt werden muss sie dennoch. Sie ist eine Erleichterung für die Armen und eine Freude für sie.

Wir bitten Allah um die Annahme unseres Fastens und aller ‘Ibadat im Ramadan und danach. Mögen wir besser aus ihm herauskommen, als wir in ihn eingetreten sind. Möge Er es uns erleichtern, rechtschaffen zu handeln und Wissen und Taten zu vereinen. Und wir bitten Allah, dass er unser Fest segnen möge und uns diesen Tag in Erinnerung Seiner Segnungen und in Dankbarkeit für diese feiern lässt.

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Tijana Sarac

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