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“Wo man helfen muss!” – Burundi: muslimehelfen unterstützt afrikanische AIDS-Waisen und mit HIV infizierte Kinder. Von Ahmad von Denffer, München

Waisenzentrum in Bujumbura

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Al-hamdu li-llah, Gott sei gelobt, nach nur einem Jahr Bauphase dürfen wir uns schon über die Vollendung des Waisenzentrums in Bujumbura, der Hauptstadt von Burundi, freuen. Das Gebäude für die künftige Waisenförderung steht. Nun müssen die Innenräume für die Nutzung vorbereitet und möbliert werden. Wir hoffen, dass dies ebenso unverzögert gelingt und die Eröffnung inschallah im September 2010 stattfinden kann.

muslimehelfen unterstützt seit 2003 Waisenkinder in Bujumbura, darunter viele, die Vater oder Mutter durch AIDS verloren haben oder sogar selbst infiziert sind. Die Kinder wurden mit Lebensmitteln versorgt, medizinisch betreut und auch im Hinblick auf den Schulbesuch unterstützt. Anfangs planten wir, 100 Kindern zu helfen, doch schon im ersten Jahr wurden daraus 315 Kinder. Sie erhielten damals 3.095 kg Reis und 2.510 kg Bohnen. Bei 31 Kindern musste ein HIV-Test gemacht werden, bei 16 stellte sich heraus, dass sie den Virus in sich tragen. Auch in den folgenden Jahren konnte muslimehelfen diese und andere Waisenkinder in Burundi unterstützen. Im Jahr 2009 sind es insgesamt 903 Waisen gewesen. Sie erhielten eine monatliche Grundnahrungsmittelration (Bohnen, Reis, Zucker) und darüber hinaus, je nach Bedarf, medizinische Versorgung, Schulgeld und andere kleine Hilfen. 89.605 Euro hatte muslimehelfen hierfür bereit gestellt. Mehrfach konnten wir inzwischen auch im Auftrag unserer Spender Ziegen schlachten und die Kinder zu einem Festmahl einladen. Das war für sie und die sie betreuenden Angehörigen jedes Mal ein Tag großer Freude. Nur sehr selten bekommen sie überhaupt Fleisch zu essen. Die Aqiqa-Speisung 2009 kostete 2.230 Euro.

Als sehr großes Problem stellte sich im Laufe der Zeit die Schulbildung der Waisenkinder heraus. Selbst zum Besuch öffentlicher Schulen brauchen viele finanzielle Unterstützung, um sich die Schuluniform und das einfachste Material wie Hefte, Stifte usw. beschaffen zu können. In der öffentlichen Schule stehen sie als Waisen meist hinter anderen Kindern zurück. Die Lehrer kümmern sich eher um Kinder aus intakten Familien. Zudem gilt das Unterrichtsniveau in der öffentlichen Schule als niedrig. Besondere Förderung bekommen die Kinder dort auch nicht, obwohl viele von ihnen sie gerade wegen ihrer schwierigen Situation als Waisen nötig haben. Angesichts dieser Umstände und der stark angestiegenen Zahl von Kindern, die von muslimehelfen unterstützt werden, entstand der Gedanke, in Bujumbura ein „Waisenzentrum“ zu errichten. Ziel dieses Vorhabens ist es, einen Platz zu schaffen, an dem zukünftig die Waisen besser betreut und nicht zuletzt in einer eigenen Grundschule unterrichtet werden können. Nur so ist eine bessere Ausbildung und damit auch eine bessere Zukunftsperspektive für sie vorstellbar.

Um die monatlichen Lebensmittelverteilungen durchzuführen, muss bisher eine öffentliche Schule genutzt werden. Das ist nur mit Zustimmung der Behörden und nur an Wochenenden möglich und bedeutet jedes Mal viel Hektik, weil die Schulräume nach der Nutzung durch die Waisen wieder in ordnungsgemäßen ­Zustand zu bringen sind, damit auch der Schulbetrieb ungestört weiterlaufen kann. Bei mehreren hundert Kindern, die sich zu solchen Anlässen versammeln, ist das keineswegs einfach. Im eigenen Gebäude können solche Aktionen dann unabhängig von anderen Institutionen geplant und viel leichter durchgeführt werden.

Das Waisenzentrum ist um einen Innenhof herum gebaut und besteht aus sechs Klassenzimmern, dazu Sanitäranlagen, Lehrerzimmer, einer Bibliothek, Büro für die Verwaltung, Lagerraum, einer kleinen Klinik, einem kleinen Labor, Küche und Speiseraum für die Schulkinder, alles um einen Innenhof angeordnet. Im August 2008 wurde ein 1.500 m2 großes Grundstück gefunden, für 15.427 Euro gekauft und im Januar 2009 mit dem Bau begonnen. Seit Dezember 2009 ist der Gebäudekomplex nun fertig gebaut, al-hamdu li-llah. Die Gesamtausgaben für Material, anfallende Arbeiten sowie Arbeitergehälter belaufen sich auf 125.000 Euro. Burundi ist eines der ärmsten Länder der Erde und von der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise natürlich ganz besonders betroffen. Ohne Allahs Segen und die großzügige Unterstützung der Spenderinnen und Spender von muslimehelfen, die engagierte Arbeit unserer Partner in Burundi – Orphans Care, unter der Leitung von Hussein Kahinga – die tatkräftige Mithilfe unserer ehrenamtlichen „Ansar“ und unseres Mitarbeiter-Teams ließe sich das alles nicht verwirklichen.

Ich danke allen, die dazu beigetragen haben, und bitte um weitere großzügige Unterstützung für die ­Errichtung eines zweiten Waisenzentrums in Rumonge. Hierfür hat muslimehelfen inzwischen den Erwerb eines 19.000 m2 großen Grundstücks mit 56.401 Euro und bereits die erste Bauphase mit 33.000 Euro finanziert. Mitte März veranstaltet muslimehelfen die nächste „Woche der Waisen“. Die eingehenden Spendengelder fließen in solche und ähnliche Waisenprojekte.

muslime helfen e.V.
Postfach 310272
D-80102 München
Tel: 089-3219919-0
Fax: 089-3219919-40
Email: info@muslimehelfen.org
www.muslimehelfen.org
Bankverbindung
Kto.-Nr.: 22 90 450
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