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Zu gut, um wahr zu sein

Trotz seiner Rhetorik ist Peking vorrangig an Afrikas Ressourcen interessiert

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Screenshot: YouTube

Chinas Handel jedoch ist – und war ­immer – unausgeglichen. China entnimmt Rohstoffe aus Afrika, wandelt sie in China zu Fertigwaren um, und bringt diese dann nach Afrika, wo sie an die ­Massen verkauft werden.

(Panafricanalliance.com). Bis vor nicht allzu langer Zeit wurden westliche Mächte beziehungsweise Akteure für neokoloniale Entwicklungen in Afrika verantwortlich gemacht. Was sich viele Menschen in Afrika und anderswo nicht vorstellen konnten, war der Aufstieg Chinas als neue koloniale Bedrohung Afrikas. Peking gelang dieser in kürzester Zeit.

Alles änderte sich mit dem Tod Mao Zedongs in China. Dieses Ereignis entfesselten die ökonomischen Begehrlichkeiten Chinas in Hinblick auf Afrikas Reichtum. Nach dem Tod des Gründungsvaters der Volksrepublik China schaffte das Land einige Aspekte der Isolationspolitik ab. Ein neuer, ökonomisch orientierter Früher, Deng Xiaoping, kam an die Macht und legte größeren Schwerpunkt auf die Modernisierung der gesamten Ökonomie als auf politische Ideologie. Das leitete eine Periode beispiellosen Wirtschaftswachstum und Auslandsinvestitionen ein.

In Afrika verfolgt Peking den Ansatz: Handel und Hilfe. Heute ist das Land der größte Außenhandelspartner Afrikas. Eine überraschende Wendung der Ereignisse, wenn man bedenkt, dass in den 1960er Jahren der Handel zwischen dem Kontinent und China beinahe nicht existierte. 1980 belief sich das gesamte chinesisch-afrikanische Handelsvolumen auf eine Milliarde US-Dollar. 2010 lag der beiderseitige Handel bei einem Wert von 115 Milliarden US-Dollar. Während des Jahres 2011 sprang der gegenseitige Handel zwischen Afrika und China um atemberaubende 33 Prozent auf 116 Milliarden US-Dollar an. Dazu gehörten chinesische Importe aus Afrika (ca. 93 Milliarden US-Dollar). Sie bestanden im Wesentlichen aus Erzen, Erdöl sowie landwirtschaftlichen Produkten. Chinesische Exporte beliefen sich auf insgesamt 93 Milliarden US-Dollar und bestanden mehrheitlich aus Fertigprodukten. Ab 2017 stieg der Handel zwischen Afrika und China jedes Jahr um 19 Prozent. Die chinesischen Importe aus dem afrikanischen Kontinent verdoppelten sich um schätzungsweise 46 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

China wurde nicht nur zu Afrikas größtem Außenhandelspartner, sondern auch zu einem der größten Kreditgeber. Auf dem ganzen Kontinent vergibt Peking Kredite für Eisenbahnen, Stadien und Stadien an Länder, die zuvor vom Westen ignoriert wurden. 2014 feierte Chinas Präsident Xi Jinping den damaligen (simbabwischen) Präsidenten Robert Mugabe als einen erfahrenen Befreiungsführer und als „alten Freund“ des chinesischen Volkes, während beide Länder neun Verträge unterzeichneten, deren Volumen niemals bekannt gegeben wurden. Zuvor im gleichen Jahr schloss China einen vergleichbaren milliardenschweren Vertrag über Eisenbahnbau mit der Regierung von Südafrika ab.

Heute wurden formelle Vereinbarungen für den Bau einer neuen Eisenbahnlinie in Ostafrika mit chinesischer Hilfe unterzeichnet, die von Mombasa nach Nairobi und schließlich nach Uganda, Ruanda, Burundi und Südsudan führen soll. Wichtige Infrastrukturprojekte wie das Mandela National Stadium in Uganda, ein 1,7-Milliarden-Dollar-Staudamm im Westen Ugandas und die Autobahn zwischen Entebbe und Kampala wurden von chinesischen Unternehmen gebaut. Während afrikanische Führer Chinas Großzügigkeit loben, sind diese Kredite zu gut, um wahr zu sein.

Die Wahrheit ist, dass viele dieser Kredite für China voraussichtlich nicht rentabel sind. Wenn diese Projekte die Bedingungen des Darlehens nicht erfüllen, kann China diese Projekte direkt kontrollieren und für seine eigenen Interessen nutzen. Diese als Schuldenfalle-Diplomatie bekannte Taktik wurde auf der ganzen Welt angewendet. Ein Beispiel dafür ist Sri Lanka. Das Land geriet bald in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Als die Schuldenlast untragbar wurde, war die Regierung 2017 gezwungen, anstelle der Rückzahlung die Mehrheitskontrolle über den Hafen von Hambantota aufzugeben. Dieser Hafen wurde an Peking für eine Dauer von 99 Jahren übergeben. China tut das Gleiche auf dem ganzen afrikanischen Kontinent.

Viele würden sagen, dass Chinas Investitionen in Afrika sowohl Afrikanern als auch Chinesen zugutekommen. Diese Beteiligung Chinas schafft afrikanische Arbeitsplätze. Oder, dass die Chinesen bessere „Freunde“ Afrikas sind als der Westen. Afrikaner werden von den Chinesen als faul und inkompetent verunglimpft. „90 Prozent der Afrikaner sind Diebe“, meinte ein führender Unternehmer in Namibia. In Liberia erklärt ein chinesischer Hotelbesitzer, dass seine chinesischen Gäste ihre eigenen Handtücher mitbringen, weil sie befürchten, eines zu verwenden, das früher von den „hei ren“ (Schwarze) verwendet wurden.

Viele sind extrem nationalistisch und genauso rassistisch wie jeder amerikanische Klansman. Millionen verlassen ihre Heimat, um am neuen afrikanischen „Goldrausch“ teilzunehmen. Wenn Chinesen ankommen, bleiben sie jedoch so weit wie möglich von Afrikanern entfernt. Sie vermeiden es, mit Afrikanern auf der unteren Ebene zu kooperieren, und verhandeln oder arbeiten nur auf der höchsten Ebene mit ihnen, wo Präsidenten und Generäle ins Spiel kommen.

China ist in Afrika, um China zu entwickeln. Während Peking behauptet, mit friedlichen Geschenken zu kommen, sollten die Menschen daran denken, dass saubere Handschuhe schmutzige Hände verstecken. China kolonisiert Afrika in Rekordzeit.

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