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Zur Lage in Ostturkestan: Was sollen wir tun?

Muslime können den Uiguren praktisch helfen. Vorschläge von Hamzah Zahid

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Foto: Malcolm Brown, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY-SA 2.0

(Muslim Vibe). Die Volksrepublik hat in der letzten Zeit laut unabhängigen Berichten rund eine Million Muslime, Uiguren und Kasachen in Lagern interniert. In diesen findet eine „Umerziehung“ statt. Laut der offiziellen Pekinger Sprachregelung gibt es diese Lager, allerdings solle hier nur „kostenlose Berufsbildung“ stattfinden. Teilweise sitzen die Betroffenen monatelang ein. Dort werden sie indoktriniert, sollen ihrer Religion abschwören und werden nach Berichten zum Verzehr von Schweinefleisch und Alkohol gezwungen. Auch liegen verschiedene Berichte von Todesfällen und Folter vor. Der Exekutivausschuss des US-Kongresses über China beschrieb die Lager als die größte Masseninhaftierung einer ­Minderheitenbevölkerung in der heutigen Welt. Kurz gesagt, es ist eine schreckliche, verabscheuenswerte Situation.

Wann immer wir vom Schicksal unserer Geschwister hören, stellen sich Gefühle der Hilflosigkeit und Verzweiflung nur allzu schnell ein. Syrien, Palästina, Burma – die Liste ließe sich verlängern. Häufig sind wir mit den ­gleichen Umständen und dem gleichen ­inneren Zwiegespräch konfrontiert: Was kann ich überhaupt tun, um hier zu helfen?

Die Lage ist in der Tat düster. In diesem Fall gilt das ganz besonders. Der wirtschaftliche und militärische Moloch China ist beteiligt. Wir sind aber trotz der Hindernisse verpflichtet, zumindest unser Bestes zu versuchen. Es gibt einige Möglichkeiten, wie Muslime in anderen Teil der Welt aufstehen und etwas in Sachen der Ungerechtigkeit gegen die ­Uiguren und Kasachen in China können:

1. Einflussreichen Menschen zu schreiben ist ein Weg, um zum Wandel beizutragen. Einige davon sind an Entscheidungsprozessen beteiligt. Dabei sind sie begrenzt in ihrer Zeit und ihrem Wissen und können nicht alles wissen. Ein gut geschriebener Brief mit den nötigen Informationen könnte helfen, ihnen die ­nötigen Anstöße zu geben. Aber hierbei bitte keine kopierten Anschreiben benutzen. Diese werden zumeist ignoriert. Schreiben Sie aufrichtig mit dem Verständnis, dass der Empfänger Ihres Briefes ein Mensch mit einem Gewissen ist. Behandeln Sie ihn auch so.

2. Schaffen Sie Bewusstsein in Ihrer lokalen Moschee. Moscheen sind (oder sollten es sein) Mittelpunkte für aktive Gläubigen. Der Austausch mit ihnen lohnt sicherlich, wenn man versucht, ihr Bewusstsein zu wecken. Beispielsweise ist die Freitagspredigt ein beispielloses Kommunikationsmittel. Sie reicht in die Ecken der muslimischen Gemeinschaft.

Fragen Sie Ihren Imam vor Ort, ob er die ­uigurischen Muslime vor oder während der Khutba ansprechen kann. Man kann ihn dabei mit Statistiken und Berichten versorgen, die er dann anführt. Selbst ein Gebet ist sehr hilfreich. Wir haben sicherlich noch einen langen Weg zurückzulegen, aber wir haben in Zeiten von Hass und Teilung so viel Leidenschaften gezeigt. Wenn die muslimische Gemeinschaft diese Leidenschaften finden könnte und sie auf die uigurischen Muslime lenkt, werden, so Gott will, große Dinge geschehen.

3. Wenden Sie sich an NGOs und Menschenrechtsgruppen. Es gibt viele ausgezeichnete NGOs und gemeinnützige Organisationen, die ausgezeichnete Arbeit bei der Verteidigung von Menschenrechten leisten. Die Begegnung mit solchen Organisationen kann daher eine gute Option zur Entfaltung von Momentum sein. Amnesty International beispielsweise unterhält Lokalgruppen, die sich regelmäßig treffen. Man kann sie kontaktierten, an ihren Treffen teilnehmen und darauf abzielen, eine weitere Kampagne im örtlichen Umfeld zu entwickeln.

Der Kontakt von Organisationen wie Amnesty International auf einer höheren Ebene, beispielsweise über das internationale Sekretariat, kann auch ein guter Weg sein, um ein breiteres Publikum zu erreichen. Die Organisation ist nur eines von mehreren Beispielen. Wir alle haben Kontakte und Kenntnis von vergleichbaren Gruppen. Nutzen Sie Ihre ­Initiative und treten sie mit einer solchen in Verbindungen.

4. Schreiben. Sie müssen kein Journalist sein, um schreiben zu können, um das Bewusstsein zu erhöhen. Es gibt viele Möglichkeiten, wie sich ein breites Publikum erreichen lässt. Sie können Ihr Schreiben fördern, indem Sie an Aktivisten, Autoren usw. twittern. Ein einziger Retweet könnte Ihre Leserschaft massiv erweitern.

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